Karate-Do

Das alte Karate hatte seinen Ursprung auf der Insel Okinawa (ca. 1600 km südwestl. von Tokyo). Dort entstand es im Laufe der Zeit vom 16. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Synthese des okinawanischen Te und des chinesischen Quanfa. Der chinesische Einfluss entstand durch den regen Austausch auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene zwischen chinesischen Familien und Okinawa. Von den Japanern wurde die Ausübung dieser Kampfkunst später allerdings verboten und musste damit im Verborgenen geübt werden.

Im 19. Jahrhundert begann auch der Sohn eines kleinen Beamten die okinawanische Kampfkunst zu lernen. Er ging dafür zu Azato Yasutsune, der in der Gegend sehr angesehen war und als Meister des Karate galt. Der Name des jungen Mannes war Funakoshi Gichin. Dieser sollte später das Karate so populär machen, dass es international wurde.
Funakoshi ging 1921 nach Japan, wo Karate auf Grund des früheren Verbots erst seit der Jahrhundertwende einigermaßen bekannt war. Funakoshi gründete dort den Dojo "Shotokan". "Shoto" war sein Künstlername und "Kan" bedeutet soviel wie Halle oder großes Gebäude. Funakoshi kehrte nach 1921 nie mehr nach Okinawa zurück, sondern verbrachte sein ganzes restliches Leben damit Karate in Japan, und damit in der Welt, zu etablieren.


Kata

Die Chinesen brachten ein System aus China mit, welches ihnen unter dem Namen "Dao" bekannt war. Diese mit esoterischen Inhalten angereicherte Kampfübung wurde mit in die Synthese des "Te" und "Quanfa" adaptiert. Allerdings waren die Okinawaner zu sehr auf die praktische Anwendung der Kampfkunst fixiert, als das sie die beinahe religiösen Inhalte hätten verstehen können.
Diese Übungen wurden nun im Hinblick auf das bestehende Kampfkunstsystem verändert bzw. angepasst. Es entstanden die "Kata", welche von nun an die Essenz des Karate-Do waren. Sie waren die zentralen Übungen für jeden Karateka.

Funakoshi schrieb zu seinen Übungsstunden bei Meister Azato:
"[...] Nacht für Nacht übte ich unter der Aufsicht des Meisters im Hinterhof seines Hauses kata, immer wieder, Woche für Woche, manchmal Monat für Monat dasselbe, bis ich es zur Zufriedenheit meines Meisters beherrschte." - "Karate-Do - Mein Weg", Funakoshi Gichin